JINGJING FAN // ELLEME

Baozi, Madeleine, Raisin… innerhalb von vier Jahren sind die Taschen, die Jingjing Fan entworfen hat, echte Must-haves geworden.

 

Monnier Frères: Erzählen Sie uns von Ihnen. Wer sind Sie?
Jingjing Fan: Mein Name ist Jingjing, ich bin Chinesin. Ich habe in Paris an der Sciences-Po studiert. Nach meinem Studium arbeitete ich zunächst in Hongkong, dann entschied ich mich unmittelbar danach für die Gründung meiner eigenen Marke, Elleme.

MF: Was bedeutet der Name "Elleme"?
JF: Elleme ist ein Wortspiel, "Elle aime" auf Französisch. Ich möchte etwas schaffen, das Frauen mögen.

MF: Wer ist die Elleme-Frau?
JF: Das ist nur eine sehr vage Idee, wir haben keine spezifische Zielgruppe. Wir sind eine sehr schlichte Marke, die sich durch originelle Details differenziert. [Die Elleme-Frau] ist eine sehr selbstbewusste Person, sie braucht keine großen Logos. Sie ist professionell und hat Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie ist ein sehr selbstbewusster, aber unkomplizierter Mensch.

MF: Warum haben Sie sich für die Konzeption von Handtaschen entschieden?
JF: Weil Accessoires meine Leidenschaft sind, besonders Handtaschen. Ich finde, dass sie für das Aussehen einer Person wichtig sind. Oft ist es möglich, sehr ausgefallene oder sehr einfache Dinge zu tragen und eine originelle oder sehr schicke Handtasche kann dabei einen Look völlig verändern.

MF: Sie arbeiten mit vielen Influencern zusammen. Sind soziale Netzwerke ein wichtiger Hebel für Sie?
JF: Wir sind eine Marke der Instagram-Generation. Wir haben 2015 angefangen und reiten somit auf der Instagram-Welle. Das soziale Netzwerk ermöglicht es Marken wie uns, sehr schnell zu wachsen, da es eine sehr hohe Sichtbarkeit bei allen Influencern bietet. Wir werden diesen Weg fortsetzen, aber gleichzeitig auch auf Print und Media setzen, um Synergien zu schaffen.

MF: Sie haben sich zwischen High Street und Luxus positioniert. Haben Sie eine Marktlücke damit entdeckt?
JF: Es ist eine Lücke, die sehr interessant ist. Vor einigen Jahren gab es keine solcher Marken. Wenn die Leute eine gute, hochwertige Tasche kaufen wollten, kostete sie sofort 1000 oder 2000 Euro, sonst waren es eher fast fashion Marken. Wir wollen wirklich qualitativ hochwertige Produkte entwerfen, die ein Leben lang halten, aber zu einem Preis, den sich die meisten Menschen leisten können.

MF: Das erste Accessoire, das Sie besessen haben?
JF: Ein Jadearmband, das man mir geschenkt hat, wie es in der chinesischen Kultur üblich ist. Ich habe es immer noch, allerdings bei mir in China.
MF: Das Wichtigste: Tasche oder Schuhe?
JF: Taschen. Weil ich denke, dass Taschen das Essentielle an jedem Look sind. Schuhe sieht man nicht so gut und für mich ist das Wichtigste, dass sie bequem sind, weil man darin gehen und arbeiten muss, man sitzt nicht den ganzen Tag. Daher unterscheidet sich die Tasche davon.
MF: Was würden Sie machen, wenn Sie nicht entwerfen würden?
JF: Als ich jung war, wollte ich Schriftstellerin, Journalistin werden, also…

 

ENTDECKEN SIE DIE KOLLEKTION

MF : Die Marke wurde 2015 ins Leben gerufen und erfährt bereits eine hohe Beliebtheit. Können Sie uns Ihre wesentlichen Kreationen vorstellen?
JF: Das erste Modell, das ich entworfen habe, war die Tasche Raisin. Woher der Name kommt? Von der Farbe des Modells, denn es war Burgunderrot, die Farbe der Traube. Die Form erinnert auch an eine Traube. Ich wollte etwas anderes machen als das, was bereits auf dem Markt existierte. Sie ist weder eine quadratische noch eine runde Tasche, sie ist völlig anders. Wir hatten mit diesem Modell einen großen Erfolg und sofort begannen die Internetnutzer, ihm Spitznamen zu geben, weil sie dachten, dass es wie eine chinesische Ravioli aussieht. Und da ich Chinesin bin, habe ich mich gefreut, das zweite Modell Baozi zu nennen, was auf Chinesisch "Ravioli" bedeutet. Dann gibt es noch die Mini-Version namens Madeleine, weil die Form wie ein Kuchen aussieht. Sie erinnert uns auch an die französische Komponente, denn wir sind eine Marke, die in Paris gegründet wurde.

MF: Planen Sie, in Zukunft auf Konfektion oder andere Accessoires auszuweiten?
JF: Dazu kann ich nichts sagen. Im Moment konzentrieren wir uns auf Accessoires. Aber warum eigentlich keine Konfektion? Wir werden für die Saison Frühjahr-Sommer 2020 unsere erste Schuhkollektion präsentieren. Darauf bin ich sehr gespannt. Wir haben gute Lieferanten gefunden und sind sicher, dass wir gute Produkte haben. In der Kollektion gibt es von allem ein bisschen, aber vor allem sehr bequeme Schuhe, die jeden Tag getragen werden können. Sie sind sehr schick, sehr feminin, aber gleichzeitig auch cool und anders.

MF: Ihr Instagram-Konto ist sehr auf Paris ausgerichtet. Ist es wichtig für Sie, dass die Marke eine so starke und einheitliche Identität mit der Hauptstadt hat?
JF: Persönlich liebe ich Paris. Es ist wie mein zweites Zuhause. Paris inspiriert mich immer wieder: Wenn ich durch die Straßen gehe, lasse ich mich immer wieder von neuen Ideen inspirieren. Es ist sehr wichtig, der Marke diese Identität zu geben, damit sie eine Pariser Marke ist. Aber gleichzeitig bestehen wir darauf, dass sie von einer Chinesin entworfen und in Italien hergestellt wird. Sie ist international!

MF: Ist es für Sie wichtig, in Italien zu produzieren?
JF: Italien ist bekannt für sein Know-how im Bereich Lederwaren und wir vertrauen auf diese Kompetenz. Und logistisch gesehen ist es für uns nahe. Wir fahren alle zwei Wochen nach Italien und können die Produktion und die Muster verfolgen. Das ist praktischer.