JULIA TOLEDANO // NODALETO

Mit Nodaleto hat Julia Toledano von der ersten Kollektion an eine klar definierte Ästhetik durchgesetzt. Ein Treffen.

Monnier Frères: Sie haben mit einem Jurastudium begonnen und dann als Journalistin gearbeitet. Wie sind Sie zu Design gekommen?
Julia Toledano: Ich male seit ich ein kleines Mädchen war. Es ist nur so, dass man mit 18 Jahren nicht wirklich weiß, was man machen soll. Ich wollte etwas sehr Seriöses machen, aber erkannte schnell, dass dem nicht so war. Schuhe waren schon immer meine Leidenschaft. Nach und nach wurde mir klar, dass ich mich mehr für Journalismus interessierte, um der Mode näher zu kommen. Dann wurde ich Fotostylistin. Ich assistierte Carine Roitfeld, ich arbeitete bei ELLE, ich machte viele Praktika.... Jedes Mal, wenn die Einkäufe ankamen, ging ich direkt zu den Schuhen! Eines Tages hat es Klick gemacht. Ich dachte mir: "Ich bin 24 Jahre alt, wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem ich das Leben beginnen werde, dann jetzt. "Ich ging nach London, wo ich eine Schnellausbildung absolvierte, um die technischen Grundlagen des Zeichnens zu erlernen, dann ging ich für sechs Monate nach Italien, um die Produktion, Leder etc. ... zu studieren. In meinem Kopf hat Nodaleto fast immer existiert, aber die Marke selbst wurde vor sechs Monaten gegründet.

MF: Erinnern Sie sich an Ihr erstes Modell?
JT: Das Modell ist sogar in der aktuellen Kollektion! Es sind die Schnürstiefel, die ich vor zwei Jahren entworfen habe. Mit ihnen begann alles. Sie sind inspiriert von den 70er Jahren, den Stiefeln, die von den damaligen Flugbegleitern getragen wurden. Ich war besessen von dem Blockabsatz und dem Plateau, das ich neugestalten wollte, um es moderner zu machen.

MF: Das Modell besitzt ja einen originellen Absatz...
JT: Er ist architektonisch, aber es ist auch eine Frage des Gleichgewichts. Ich wollte einen Absatz, der so bequem wie möglich, aber auch groß genug ist, um von allen Seiten gesehen zu werden. Es war mir sehr wichtig, dass auf dem Schuh ein markantes Zeichen zu sehen ist.

MF: Glauben Sie, dass es einen Unterschied macht, wenn eine Frau etwas für Frauen kreiert?
JT: Für den Komfort ist es etwas sehr Wichtiges. Ein Mann will die Frau immer veredeln, sie sexier machen und somit wird der Fuß auch sexy. [Aber] man muss an alles denken: an alle Nachteile, aber auch an alle Wünsche. Wenn ich Schuhe zeichne, zeichne ich sie auch, weil ich sie nirgendwo anders finden kann.

MF : Die Resonanz von Kunden und Mode war durchweg positiv. Haben Sie diesen Erfolg erwartet?
JT: Überhaupt nicht! Ich hatte ein wenig Lärm über die Situation meines Vaters erwartet usw..... Aber sicherlich keine große Aufregung. Ich habe einfach das gelauncht, was ich auch wirklich launchen wollte und dachte mir hop oder top... es stellte sich heraus, dass gut lief! Es ist eine völlige Überraschung und ich bin noch motivierter, mehr zu geben und die Menschen noch mehr zu begeistern.

MF: Sie haben sich für ein sehr restriktives Vertriebsmodell entschieden. Warum?
JT: Für die erste Kollektion wollten wir unsere Kunden testen, um zu wissen, wer das Nodaleto-Mädchen ist, und vor allem, um die Geschäfte auszuwählen, die wie wir aussahen, anstelle von überall zu sein. In den nächsten Saisons werden wir das Vertriebsnetz etwas ausdehnen und gleichzeitig die Mengen exklusiv halten, sodass es ein außergewöhnliches Produkt bleibt.

MF: Was ist der beste Rat, den dein Vater, Sidney Toledano, dir gegeben hat?
JT: Er fragte mich: "Bist du sicher?". Dreimal! (Lacht) Der Rat, den er mir jeden Tag gibt, ist, ich selbst zu sein und alles zu geben. Und nicht sofort zu viel zu wollen. Schritt für Schritt ist das Motto!

MF: Du hast die Bar Balagan für dieses Interview gewählt. Warum?
JT: Ich komme oft zum Abendessen hierher. Hier gibt es israelisches Essen, es erinnert mich an das Mittelmeer. Aber an diesem Ort erwartet man das nicht. Wenn man nicht durch den Vorhang geht, kann man sich nicht vorstellen, dass es diese Bar im Restaurant gibt. Ich mag solche Orte, ein wenig versteckt. Und vor allem sieht es aus wie das Nodaleto-Universum.

MF: Das Accessoire, das dich nie verlässt?
JT: Mein Schmuck!
MF: Dein erstes Paar Schuhe?
JT: Ein Paar Repetto Schuhe. Danach hat meine Mutter mir eine Menge davon in allen Farben gekauft.
MF: Das Wichtigste: Tasche oder Schuhe?
JT: Schuhe! Ich kann ohne Tasche ausgehen, aber nicht ohne ein schönes Paar Schuhe!
MF: Wenn du nicht angefangen hättest zu entwerfen...?
JT: Dann hätte ich denke ich als Fotostylistin weitergearbeitet. Weil ich es liebe, zu mischen. Aber ich denke, ich bin im Moment am richtigen Ort!

 

 

Marine Poyer

 

 

 

ENTDECKEN SIE DIE KOLLEKTION

Dies wird die Unterschrift von Nodaleto sein, die in den kommenden Saisons weiterhin zu sehen sein wird.

MF: Und dann gibt es ja auch noch die Farbe Mandarine, der roten Faden der Kollektion...
JT: Die Farbe Mandarine ist die Farbe der Marke. Aber vor allem ist sie die Farbe zwischen dem Geschlecht und der Freude. Und sie spiegelt auch die Wärme Andalusiens wider, wo mein Namen Toledano herkommt, was auch in Nodaleto zum Ausdruck kommt.

MF: Genau genommen ist Nodaleto ein Anagramm von Toledano. Wie sind Sie darauf gekommen?
JT: Ich hätte auch Toledano nehmen können. Aber Nodaleto ist seit 5 oder 6 Jahren mein Instagram Name. Alle meine Freunde nannten mich Nodaleto, es war mein Spitzname geworden. Toledano ist ein bedeutendes Erbstück in Bezug auf den Namen und die Geschichte. Nodaleto ist etwas Neues, aber besitzt auch das Vermächtnis. Ich wollte genau dieses Wortspiel und somit wurde es ohne zu zögern zu meinem Markennamen.

MF: Und Ihr Logo?
JT: Das Piktogramm ist eine Sonne. Es ist stark inspiriert von marokkanischen Mosaiken, aber es ist gleichzeitig auch modernisierter, aufgrund seines Pariser Charakters etwas rockiger und durch seine kalifornische Seite etwas schicker.

MF: Diese Mischung wird oft in der Geschichte der Marke erwähnt...
JT: Es ist eine Mischung aus vier Destinationen: Die sehr warmen Farben stehen für Andalusien und Marokko. Der Minimalismus der 90er Jahre bin ich, die in Paris aufgewachsen ist und alles, was Western ist, ist mein kalifornischer Traum.

MF: Wie sieht die Nodaleto-Frau aus?
JT: Ich benutze immer das Beispiel der Rachel Green in "Friends". Ein sehr modisches Mädchen, das aber gleichzeitig mit ihren Freunden zusammen ist und sich daher nicht auf 12,5 cm hohen Absätzen bewegen möchte. Aber wenn sie ein Paar High Heels hat, geht sie morgens und weiß nicht, wann sie am Abend zurückkommt. Sie muss sich keine Sorgen machen.

MF: Sie arbeiten mit Olivier Leone zusammen. Wie funktioniert Ihre Zusammenarbeit?
JT: Olivier hat eine Bildagentur. Ich ging mit meiner Idee zuerst zu ihm und ich denke, sie hat ihn vom Moment, als ich in sein Büro kam, sofort angesprochen. Seitdem arbeiten wir zusammen. Bei allen Kampagnen ist er der Anführer! Wir besprechen es vorher, ich erzähle ihm meine Wünsche und er bringt sie auf Papier.